Du willst Dein Garam Masala selber machen? Wunderbar, denn nichts geht über das Aroma frisch gemahlener Gewürze. Bei Garam Masala lohnt sich das besonders, weil das feine Aroma von grünem Kardamom sehr schnell verloren geht.

Nichts ist leichter, als Dein Garam Masala selbst herzustellen. Allerdings ist dafür eine Gewürzmühle (oder Kaffeemühle) mehr als hilfreich. Ansonsten solltest Du ein wenig Geduld beim Mörsern mitbringen und statt Zimtstangen am besten Zimtpulver verwenden.

Wenn Du Dich an dieser Stelle noch fragst, was Garam Masala eigentlich ist und wofür Du es verwenden kannst, dann schau am besten hier vorbei.

Bengal: Startpunkt für Dein eigenes Garam Masala

Es gibt wahrscheinlich so viele Garam Masala Rezepte wie Köche in Indien. Wo fängt man da bloß an? Unter all den verschiedenen regionalen Unterschiede fällt ein Garam Masala Rezept besonders ins Auge, und zwar die traditionelle Variante aus Bengal. Sie enthält nur drei Zutaten, die zu gleichen Teilen gemischt werden: Kardamom, Zimt und Nelke. Bengali Garam Masala ist besonders fein und edel im Aroma. Nelke und Zimt sind für den typischen warmen Charakter verantwortlich. Grüner Kardamom verleiht der Mischung eine leichte Frische, die an Menthol erinnert. Da die Gewürze nicht geröstet werde, fehlen kräftige Röstaromen. Ein wunderbarer Startpunkt, um eine eigene Mischung zu entwickeln, wie ich finde.

Grundrezept: Bengali Garam Masala selber machen
Zutaten:
  • 1 Tl grüner Kardamom
  • 1 Tl Nelke
  • 1 Zimtstange (ca. 6-8cm)
Zubereitung:

Die Zimtstange grob zerbrechen. Alle Zutaten in eine Gewürzmühle geben und fein mahlen. Fertig!

Auf süßen Pfaden nach Kerala

Wenn Du aus Dein Bengal-Garam Masala gerne etwas süßer haben möchtest, dann kannst Du Deine Mischung entsprechend der Kerala Variante aufstocken. In Kerala verleihen Fenchel und/oder Anis Garam Masala eine zauberhafte Süße. Besonders Fenchel wird zum Teil in so rauen Mengen verwendet und mit mit Tassen (anstatt von Löffeln) abgemessen. Das macht das Garam Masala nicht nur angenehm süß, sondern unterstützt auch die Frische vom grünem Kardamom. Weiter abgerundet wird das süße Profil in der Regel durch ein wenig Muskatnuss und/oder Muskatblüte (Macis). Daneben, findet man in Kerala auch nicht selten Lorbeer und schwarzen Pfeffer im Garam Masala. Beide schaffen einen angenehmen Kontrast und machen die Mischung ein wenig kräftiger, bitterer und schärfer.

Grundrezept: Kerala Garam Masala selber machen
Zutaten:
  • 1 Tl grüner Kardamom
  • 1 Tl Nelke
  • 2 Zimtstangen (6-8cm)
  • 2 Tl Fenchel
  • 1 Muskatblüte/ 1/4 Tl Muskatnuss
  • 1 Sternanis (optional)
  • 1 Lorbeerblatt (optional)
  • 1 Tl schwarzer Pfeffer (optional)
Zubereitung

In der Regel, werden in Kerala die Zutaten (außer Muskat) vor dem mahlen alle kurz angeröstet. (Wer Bengal Garam Masala schon als Basis hat, kann auf das Rösten auch verzichten). Zum Rösten, eine Pfanne erhitzen, die Gewürze dazugeben und wenden  bis sie zu duften beginnen. Danach alle Zutaten in einer Gewürzmühle fein mahlen.

In Punjab wird es erdig-würzig

Im Norden sind die Garam Masala Varianten generell etwas schwerer, erdiger und holziger, so auch in der Punjab-Region. Verantwortlich dafür sind schwarzer Kardamom, der anstatt oder zusammen mit grünem Kardamom verwendet wird, sowie schwarzer Pfeffer und Kreuzkümmel. Punjabi Garam Masala besteht oft zu großen Anteilen aus Koriander und Kreuzkümmel, was die Mischung vergleichsweise würzig macht. Die Erdigkeit wird oft weiterhin von getrocknetem Ingwer unterstrichen, der für den Norden Indiens so typisch ist. Als Gegensatz zu diesen kräftigen Tönen, findet man aber auch in der Punjab Variante häufig kleine Anteile von Muskat und Fenchel. Wenn Du Dein Garam Masala gerne etwas würziger und komplexer hättest, dann stocke Deine Mischung einfach mit den entsprechenden Zutaten auf!

Grundrezept: Punjabi Garam Masala selber machen
Zutaten:
  • 1 Tl grüner Kardamom
  • 1 Tl Nelke
  • 3 Zimtstangen (ca. 6-8cm)
  • 3 Lorbeerblätter
  • 3 Kapselns schwarzer Kardamom
  • 2 Tl Koriander
  • 1 Tl Kreuzkümmel
  • 1/2 Tl schwarzer Pfeffer
  • 1/4 Tl Muskatnuss und/oder 1 Muskatblüte
  • 1 Tl getrockneter Ingwer (optional)
  • 2 Tl Fenchel (optional)
Zubereitung

Für Punjab Garam Masala, werden die Zutaten (außer Muskat und Ingwerpulver) vor dem mahlen alle kurz angeröstet. Wer Bengal oder Kerala Garam Masala schon als Basis hat, kann auf das Rösten aber auch ohne Probleme verzichten. Zum Rösten, eine Pfanne erhitzen und die Gewürze ohne Öl in der Pfanne wenden, bis sie zu duften beginnen. Danach alle Zutaten in einer Gewürzmühle mahlen.

Garam Masala für Experimentierfreudige

Bengal, Kerala und Punjab sind nur ein kleiner Auszug aus den vielfältigen Garam Masala Varianten Indiens. Besonders erwähnenswert sind z.B. auch die Kaschmir (Norden, Himalaya) und die Maharashtra (Westen) Variante. In Kashmir setzt man fast ausschließlich auf schwarzen Kardamom und zudem auch auf schwarzen Kreuzkümmel. In Maharashtra findet man dagegen nussige Anteile wie Sesam, Erdnüsse, Mohn und Kokosnuss in der Mischung. Daneben kommen in verschiedenen Teilen Indiens auch Rosenblätter, für ein florales Aroma oder Chili, für mehr Schärfe zum Einsatz. Auch Nigella, Kurkuma, Bockshornklee und Kümmel eignen sich zum experimentieren. Der Phantasie sind beim Würzen wie immer keine Grenzen gesetzt.

Aufbewahrung

Frisch gemahlenes Garam Masala wird am besten in einem luftdichten Behälter (z.B. Glas mit Schraubverschluß) und dunkel aufbewahrt. Es wird am besten innerhalb von 6 Monaten aufgebraucht.